In der Regel wenden sich Burnout-Betroffene zunächst an ihren Hausarzt, wenn körperliche oder psychische Beschwerden auftreten. Da es sich beim Burnoutsyndrom nicht um eine einheitlich definierte Krankheit handelt ist ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch für die Diagnose von besonderer Wichtigkeit. Aufgrund der vielfältigen Symptome erfolgen als nächster Schritt verschiedene Untersuchungen, um organische Erkrankungen ausschließen zu können. Beispielsweise werden zum Ausschluss von Funktionsstörungen Blutentnahmen durchgeführt.
Sind die pathologischen Untersuchungen abgeschlossen, wird der Patient meist an einen Therapeuten überwiesen. Sehr wichtig für die Diagnose sind umfangreiche Gespräche zu den aktuellen Symptomen und Beschwerden sowie deren Entwicklung. Es sollte zudem eine genaue Beleuchtung der Arbeitssituation durchgeführt werden. Hierbei sind die Erwartungen des Patienten, die Beziehung zu Kollegen sowie eine Überforderung zu erörtern. Des Weiteren sollte die familiäre Situation erfasst werden.
Wie wird das Burnoutsyndrom behandelt?
Patienten mit einem fortgeschrittenen Burnoutsyndrom benötigen grundsätzlich professionelle Hilfe. Je nach Ursache der Erkrankung kann dagegen in der Anfangsphase eine spontane Erholung eintreten.
Die Behandlung des Burnoutsyndroms wird für jeden Patienten individuell abgestimmt, weil die Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Oftmals ist die Unterstützung von Fachkräften wie Psychotherapeuten notwendig. Zum einen findet das tiefenpsychologische Verfahren sowie die Psychoanalyse Anwendung. Zum anderen erfolgt bei einer verhaltenstherapeutischen Behandlung mit dem Patienten das Erlernen von gesundheitsförderndem Verhalten.
Ein Psychotherapeut sollte vor allem in die Behandlung einbezogen werden, wenn der Patient unter Depressionen, Resignation oder Verbitterung leidet. Die Therapeuten befassen sich detailliert mit der Lebenssituation, beleuchten familiäre und berufliche Faktoren und erkennen eine Überlastungssituation.
Bei einem Burnoutsyndrom kommen außerdem unterschiedliche Entspannungsmethoden zum Einsatz. Als sehr effektiv erweist sich hierbei ein Behandlungspaket mit mehreren Therapiemaßnahmen, die parallel zueinander laufen. Zur sinnvolleren und besseren Zeiteinteilung werden Seminare zum Zeitmanagement angeboten. Zur Entspannung sind Methoden wie Autogenes Training und Yoga sehr hilfreich. Des Weiteren wird durch Bewegung und Sport die Belastbarkeit gesteigert.
Zur Stärkung des Immunsystems und Entlastung des Körpers wird die Umstellung auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie der Verzicht auf Genussmittel empfohlen und erlernt.
Ein früherer Therapiebeginn wirkt sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Die Aussicht auf einen Therapieerfolg ist wesentlich günstiger, wenn der Patient selbst erkennt, dass Hilfe benötigt wird.
Die Basis jeder Behandlungsmethode ist jedoch eine gesunde Lebensweise. Ausreichende Bewegung an der frischen Luft, Zeit für die Familie und Hobbys, Ruhe und Entspannung tragen zu einem besseren Wohlbefinden bei.
Eine medikamentöse Behandlung eines Burnoutsyndroms wird meist nur bei einem stärker ausgeprägten Krankheitsverlauf in Erwägung gezogen. Zum kurzfristigen Einsatz kommen in diesem Fall vorwiegend Medikamente gegen Schlafstörungen oder Depressionen.
Bei einem sehr stark ausgeprägten Burnoutsyndrom kann es sinnvoll sein, eine stationäre Behandlung durchzuführen.